Krieg den Worten oder wie die Sprache das Denken beherrschen soll am Beispiel linker Gender‐Politik und politischer Umerziehung

Von Andreas Albrecht Harlaß

Treffender als in George Orwells "1984" wurde bisher nicht beschrieben, wie totalitäre Politik Einfluss auf Sprache ausübt, um Macht über Denkstrukturen gewinnen zu können. Seit nunmehr fast 50 Jahren ‐ los ging dieser Prozess mit der ideologischen Machtübernahme so genannter "68er" im Westen und setzte sofort nach dem Mauerfall auch im Osten Deutschlands ein ‐ werden durch politisch korrekt geschaltete Redaktionen in einhelliger Symbiose mit ebensolchen Politikern, klammheimlich "unkorrekte" Worte erst als solche stigmatisiert, um anschließend wie Sperrmüll entsorgt zu werden. An deren Stelle treten "Neuschöpfungen" ‐ erfunden eigens für diesen Zweck.

Beispielsweise der "Asylant". Er ist komplett aus dem offiziösen Sprachgebrauch getilgt. Wirtschafts‐ oder Armutseinwanderer, die den Sachverhalt, um den es geht, als solchen korrekt beschreiben, sind nun allesamt "Flüchtlinge" im Spracheintopf. Denn wer kann schon etwas gegen Flüchtlinge haben, ohne ein herzloser Geselle, schlimmstenfalls "Nazi" zu sein. Es wird impliziert, dass "Flüchtlinge" das Recht haben, vor etwas zu flüchten. Im Prinzip könnte das auch die zu heiß brennende Sonne Nordafrikas sein. Nur sind Temperaturen um 40 Grad Celsius bis heute (noch) kein Grund, Asylverfahren juristisch erfolgreich zu vollenden. Dank des Begriffes "Flüchtling" spielt der Aufenthaltsgrund in Deutschland nun nur noch eine untergeordnete Rolle.

Ein anderes Beispiel stammt aus der Gender‐Umerziehung. Der oder die "Azubi". Ausgesprochen: Auszubildende(n). Kaum eine Zeitung, Rundfunksender oder TV‐Bericht verwendet noch den guten, alten "Lehrling". Wahrscheinlich hätte noch zu Beginn der 80er Jahre jeder 2. Lehrmeister die Brauen oder gar die Hand zur Ohrfeige erhoben, wenn ihm jemand gesagt hätte, dass er "Azubis" statt Lehrlinge betreut. Lehrling ist zudem männlich konnotiert und klammert damit nach Lesart der Gender‐Ideologen Weiblichkeit in Schrift‐ und Ausdrucksform aus. Der Lehrling musste also weg aus der Rhetorik.

Ein ähnliches Schicksal, erleidet derzeit massiv der klassische "Student". Ihn gibt´s immer weniger. Ausgenommen natürlich in Burschenschaften und Verbindungen. Aber das sind ja im Lager von Linksrotgrün und in den allermeisten Medien Nazis, Rechte, Revanchisten, Chauvinisten... . Statt Student radebrechen Moderatoren und Schreiber nun einhellig und "geschlechtergerecht": "Studierende". Aus Studentenveranstaltungen wurden Studierendenveranstaltungen, aus Studentenschaft die Studierendenschaft.

Den ideologischen Überfall auf die deutsche Sprache überlebte auch das "Fräulein" nicht. Aus emanzipatorischen Gründen gibt es heute nur noch Frauen, was sogar Iris Berben 2012 bedauerte, da sie selbst noch ein "Fräulein" sei und am liebsten auch so genannt werden möchte. Die Emanzipation sei ihr in diesem Fall "zu weit gegangen." Die Geister die "68" rief entsorgte beispielsweise das Bundesinnenministerium 1972 per Erlass: Fräulein wurde als Anrede von FDP‐Politiker Genscher untersagt.

Warum allerdings der gute alte "Kindergarten" keine Rolle mehr im offiziellen Sprachgebrauch spielt und dafür dem Vokalstumpen "Kita", was ausgesprochen Kindertagesstätte bedeutet und eine phonetische Kakofonie schlimmster Güte ist, kann nur schwer begründet werden. Der Deutungen gibt es viele. Die wohl schlüssigste: "Kita" ist Kastration der Sprachvielfalt durch Faulheit. Sowohl Kinderkrippe und Kindergarten sind nun "Kita". Kürzer aber schlechter.

So genanntes "Neusprech" ist bei Orwell die vom herrschenden Regime vorgeschriebene, veränderte Sprache. Deren Ziel ist es, Anzahl und Spektrum der Wörter zu verringern, um Kommunikation einzuengen und zu kontrollieren, um schließlich sogenannte "Gedankenverbrechen" auszuschließen. Das Volk soll manipuliert werden indem ihm Worte genommen werden.

Wenn es dazu noch eines weiteres Beweise bedarf: An der Uni Leipzig werden jetzt männliche Professoren als "Professorin" angesprochen und angeschrieben. Aus Mann wird Zwangsfrau. Auf Weisung der (echten) Rektorin und deren Rektorat. "Guten Tag Herr Professorin" titelte der Spiegel ausnahmsweise politisch unkorrekt über diesen Unfug aus der untersten Schublade der Gender‐Kiste. Wer gegen das verordnete Matriarchat verstößt, könnte sanktioniert werden. Mit weniger doppelplusguten Noten, die bis vor kurzem schlicht schlechte Zensuren hießen.

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