Wie Tarabella das Abendland vor Familien schützt

Von Andreas Harlaß

Von Öffentlichkeit und Medien kaum beachtet, wurde am Dienstag im EU‐Parlament in Straßburg (man gönnt sich zwei) mit 441 Ja‐ gegen 295 Nein‐Stimmen der so genannte "Tarabella‐Bericht" angenommen. Hinter dem wolkigen Begriff verbirgt sich der Name des belgisch‐wallonischen und sozialistischen EU‐Abgeordneten, Marc Tarabella, Mitglied im "Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter".

Es muss traumhaft sein, in diesem Ausschuss an einem neuen Wolkenkuckucksheim basteln zu dürfen, während an Italiens Stränden der gefühlt halbe schwarze Kontinent strandet, Griechenland den Euro und seine rudimentär vorhandene Reputation gegen die Wand fährt und in Spanien die Hälfte der Jugendlichen keine Arbeit hat. Nicht zu vergessen, die pakistanischen Banden, die in Großbritannien in "industriellem Stil" Tausende britische Mädchen aus der weißen Unterschicht Jahre lang vergewaltigen und mit Drogen vollpumpen konnten, weil laut übereinstimmender Medienberichte britische Behördenmitarbeiter aus Furcht vor Rassismus‐Vorwürfen den Hinweisen auf das Treiben der Männer, die nun auf der Anklagebank sitzen und auf solch "urbritischen" Namen, wie Ahmed, Hussain und Dogar hören, nicht nachgehen mochten.

Zurück, zu den wirklich drängenderen Themen Europas, dem Tarabella‐Bericht also. Danach ist es nun erklärte EU‐Politik, den 28 Mitgliedsstaaten ins Gewissen zu reden, wenn keine geschlechterneutralen Toiletten in öffentlichen Gebäuden eingebaut werden. Und es gibt ab sofort auch das von der EU gewollte "Menschenrecht auf Abtreibung."

Eines wurde jedoch versäumt und nicht beschlossen: Dass das EU‐Parlament und seine Kommissare (warum denke ich da immer an einen Typen mit Schnauzbart, Schirmmütze und Brustriemen, der mit einer riesigen Mauser‐Pistole fuchtelt?) den Ländern in diesen Punkten hineinregieren kann. Aber sicher steht das ‐ wie 2013 schon einmal erfolglos versucht ‐ demnächst wieder auf der Tagesordnung. Abstimmen bis es passt. Wie damals, bei der EU Verfassung, als die renitenten Iren mit "No" votierten, und anschließend zum erneuten Wahlgang kujoniert wurden, bis "Yes" unterm Doppelstrich stand.

Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) erklärte aktuell zu "Tarabella": Offenbar hätten Abgeordnete aus dem linken Spektrum "die christlichen Wurzeln von Europa völlig aus dem Blick verloren", wenn ein leichterer Zugang von Frauen zu Abtreibung gefordert werde. Es sei eine "Anmaßung sondergleichen, dass Abgeordnete des europäischen Parlaments meinen, die Gesellschaft nach ihren Vorstellungen umerziehen zu müssen", so der KKV‐Bundesvorsitzende Bernd Wehner. Aber was will man von Ewiggestrigen auch anderes erwarten? Die glauben wahrscheinlich noch an Testosteron und Östrogene, wo doch längst bewiesen ist, dass auch Männer Kinder bekommen können, wenn sie sich nur ein bisschen mehr anstrengen würden ‐ diese Weicheier und Familien‐Versteher. Aber dagegen haben wir ja nun Tarabella.

Diese Seite verwendet Cookies.