Dauerthema Lehrermangel: Der Fisch stinkt vom Kopf her

Sachsens CDU-Kultusministerin Kurth will mit einer Offensive in letzter Minute dem Lehrermangel entgegenwirken. So sollen allen bisherigen abgelehnten Bewerbern, die auf einem Gymnasium unterrichten wollten, Angebote für eine Stelle in Grund,- Förder- und Oberschulen gemacht werden. Die Bezahlung erfolgt nach dem Tarif für Gymnasiallehrer. Die Pädagogen verpflichten sich im Gegenzug, die neue Stelle für drei Schuljahre auszuüben. Die meisten Lehrer werden in Sachsen an Grund- und Mittelschulen gebraucht. Aktuell sind 480 Plätze unbesetzt.

Uwe Wurlitzer, schulpolitischer Sprecher, Sachsens AfD-Generalsekretär und parlamentarischer Geschäftsführer, kommentiert:

„Wahnsinn! Ganze 26 Tage vor dem neuen Schuljahr fällt der Kultusministerin quasi zwischen Tagesschau und Abendessen für Vati noch schnell ein, im Hauruckverfahren ein paar Kräfte zurückzuholen, denen ihr Ministerium erst eine Absage erteilt hatte. Wer glaubt, mit diesem verzweifelten Versuch den vorhersehbaren und billigend in Kauf genommenen Lehrermangel irgendwie noch schnell in den Griff zu bekommen, nimmt wahrscheinlich auch noch die Geschichten aus dem ‚Struwwelpeter‘ für voll. Die AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag hatte bereits im Mai des letzten Jahres ein Sofortpaket gefordert, um den Lehrermangel konsequent und wirkungsvoll zu bekämpfen. Den Blockparteien fiel allerdings mal wieder nichts Besseres ein, als unseren Antrag in Bausch und Bogen zu verdammen.

Der Fisch stinkt vom Kopf her, sagt man gewöhnlich. Und auch in Sachsen macht der Aktionismus von Frau Kurth nur eines deutlich: Die Ministerin ist kopf- und mindestens genauso planlos. Schäbig ist, dass das von ihr selbstgemachte Elend nun als Wahlkampfmunition herhalten muss, um sich als fürsorgliche und umsichtige Chefin aufzuspielen. Die heutigen Verhältnisse waren mit simpelsten Grundkenntnissen in Statistik vorhersehbar. Frau Kurths CDU hat jahrelang den Wandel in unseren Schulen verschlafen. Mehr noch: Sachsens Bildungspolitik wurde eher vom Finanz- statt vom Bildungsministerium geplant. Der Ministerin fehlte und fehlt das Rückgrat, sich diesem verantwortungslosen Ausblutungskurs entgegenzustellen.

Frau Ministerin, gehen Sie wieder zu Bett und lassen Sie endlich fähige Kräfte ans Ruder!“

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