Niederschlesien erhalten - Historisches nicht einfach streichen!

Derzeit befasst sich der Sächsische Landtag mit der Zukunft der fünf sächsischen Kulturräume. Laut Sächsischer Zeitung wollen in diesem Zusammenhang mehrere Verbände in der Oberlausitz den Co-Titel Niederschlesien ablegen. Genannt wurden u.a. Marketing- und Abfallverband. Der Sprecher eines Bürgerforums wandte sich mit diesem Anliegen an die sächsische Staatsregierung und an Landtagabgeordnete. In einem SZ-Bericht zu diesem Thema wird die AfD-Abgeordnete Karin Wilke sinngemäß zitiert, sie spräche sich für die Tilgung Niederschlesiens aus dem Doppelnamen Oberlausitz-Niederschlesien aus.

Dazu erklärt Karin Wilke, kulturpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion:

„Leider war meine Stellungnahme zu der Benennung des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien missverständlich formuliert. Es ging und geht mir nur darum, die Befindlichkeiten der Oberlausitzer zu berücksichtigen. Was im Gegenzug aber nicht bedeutet, dass die Niederschlesier einfach gestrichen werden dürfen. Ob sich dies mit einem eigenen Kulturraum Niederschlesien realisieren lässt, ist eine komplexe Frage. Ich plädiere deshalb für ein sowohl als auch. Immer wenn eine Institution oder Veranstaltung in ihrer jeweiligen Heimat an die Öffentlichkeit tritt, sollte sie sich zu dem bekennen, was ihrem Selbstverständnis entspricht. Kultur ist Kultur und keine Markentechnik. Der Name Niederschlesien spielt eine wichtige Rolle zur Identitätsfindung der Bürger in dieser Region und muss darum erhalten bleiben! Wichtig ist, dass wir unsere historischen Wurzeln nicht einfach streichen. Das sind wir uns allen schuldig“!

Von 1919 bis 1938 und von 1941 bis 1945 war Niederschlesien eine eigenständige preußische Provinz mit der Hauptstadt Breslau. Die Provinz wurde 1919 durch Teilung Schlesiens gegründet. Die Verwendung des Landschaftsnamen Schlesien oder Niederschlesien für die Gebiete westlich der Lausitzer Neiße war bis 1989/1990 in der DDR offiziell nicht erwünscht. Ab 1968 untersagte die DDR-Führung der Landeskirche den Gebrauch des Begriffs.

 

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