Pflegenotstand: Löhne erhöhen, Arbeitsbelastung reduzieren!

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung will den Pflegenotstand mit Geldprämien für Pfleger beenden, die in den Beruf zurückkehren oder ihre Arbeitszeit aufstocken.

Andre Wendt, sozialpolitischer Sprecher, erklärt:

„Überlastete Pfleger mit Prämien zu noch höherem Arbeitspensum zu locken, würde wohl den ‚Burnout‘ der Angestellten fördern, aber nicht die Qualität der Pflege. Dieser Vorschlag ist Unsinn. Wir müssen eher die Frage stellen, warum der Pflegeberuf so unbeliebt ist und reihenweise Fachkräfte kündigen.

Die Hauptursache für den Pflegenotstand sind steigende Arbeitsbelastung und schlechte Entlohnung. Ein Altenpfleger in Bayer verdient bis zu 1000 Euro mehr als in Sachsen. Durch zu geringe Personalschlüssel nicht nur in Nachtschichten steigt das Arbeitspensum und damit der Frust. Zudem müssen sich die Pfleger zunehmend mit Bürokratie herumärgern und haben weniger Zeit für die Patienten.

Der Pflegenotstand kann nur gelöst werden, wenn endlich eine Angleichung der Gehälter in Ost und West erfolgt. Weiterhin muss der Personalschlüssel erhöht und die Arbeitsbelastung gesenkt werden. Der Vorschlag der Rückkehrprämien ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die jahrelang trotz miserabler Bedingungen im Beruf arbeiten, um den Bewohnern einen angemessenen Lebensabend zu ermöglichen. Denn die, die durchgehalten haben, gehen leer aus. Es ist also an der Zeit endlich an den Ursachen des Pflegekräftemangels zu arbeiten.“

 

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