Richters CDU-Austritt: Plötzliche Kritik an eigener Partei nicht nachvollziehbar

Der ehemalige Chef der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Richter, hat seinen Austritt aus der CDU erklärt. Nach fast 25 Jahren sei es für ihn nicht mehr tragbar, einer Partei anzugehören, der Diskussionskultur so wenig bedeute. Auch die von den Christdemokraten mitgetragenen Waffenlieferungen an Saudi-Arabien nannte er als einen Grund.

Dazu Uwe Wurlitzer, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion und Sachsens Generalsekretär:

„Ja, Frank Richter war ein Mittler zwischen beiden politischen Lagern. Er war größtenteils frei von ideologisch verblendeten Denkweisen und akzeptierte es auch, wenn sich Kritiker der bundesdeutschen Einwanderungspolitik lautstark zu Wort meldeten. Er verdammte sie nicht, sondern suchte mit ihnen das Gespräch. Insofern hob sich Herr Richter schon deutlich vom damaligen und derzeitigen Einheitsbrei an Politikwissenschaftlern, ‚Experten‘ und Meinungsmachern ab, die immer nur eine Wahrheit, nämlich ihre, kannten und kennen.

Trotzdem frage ich mich, warum Herr Richter 25 Jahre benötigt hat, um zu sehen, dass die CDU nicht mehr seine Partei sein kann? Ich selbst bin vor 10 Jahren aus diesem Abnickverein für Angela Merkel ausgetreten, weil schon damals deutlich zu spüren war: Die CDU setzt nur noch auf stromlinienförmige Gleichmacher statt auf kritische Geister. Und kaum ist Richter in die Bedeutungslosigkeit verschwunden, negiert er offen seine Mitgliedschaft, gibt das Parteibuch zurück und kritisiert in großen Tönen die Partei, die ihm jahrzehntelang zur Karriere verhalf. Eine reichlich fragwürdige Art, die er mit all den plötzlich aufgetauchten Oberkritikern wie Bosbach, Blüm oder Schily gemeinsam hat. Sie haben sich auch erst dann zu manch flottem Spruch hinreißen lassen, als die Karriere am Boden lag.

‚Es steigt der Mut mit der Gelegenheit‘, sagte schon Shakespeare. Da hat der alte Dramatiker wohl recht.“

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