"Verteidigen Sie dieses Haus gegen unfaire Attacken"

Während der Wende hat der damalige katholische Pfarrer gelernt, was durch Dialog möglich ist: Frank Richter, gehörte zur sogenannten Gruppe der 20, die während der dramatischen Demonstration am 8. Oktober 1989 in Dresden das Gespräch mit SED-Oberbürgermeister Berghofer suchte und so Gespräche mit den Volkspolizisten erreichte. Nun steht Richter wieder im Fokus der Öffentlichkeit, weil er sich für Dialog statt Konfrontation einsetzt. Grüne, Linke und SPD werfen ihm mehr oder weniger direkt vor, er habe sein Amt missbraucht. Richter ist inzwischen Chef der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Auch Rücktrittsforderungen gegen ihn gab es, weil er den Pegida-Organisatoren die Räumlichkeiten des Landesamtes für eine Pressekonferenz zur Verfügung stellte. Gestern besuchte ihn AfD-Fraktionsvorsitzende Frauke Petry in der Behörde, um sich über die Arbeit der Landeszentrale zu informieren. Frank Richter plädierte bei dieser Gelegenheit für die politische Unabhängigkeit seiner Behörde: "Verteidigen Sie dieses Haus gegen unfaire Attacken." Frauke Petry betont: "Es ist ein Armutszeugnis und zeugt von geringem Demokratiebewusstsein, jemanden zu verunglimpfen, weil er die Demokratie als das versteht und stärkt, was sie ist; nämlich die Kultur der Debatte zu befördern." Wer weiß, wie sich die 1989er Ereignisse entwickelt hätten, wenn nicht Bürger wie Frank Richter vor 25 Jahren dazu beigetragen hätten das SED-Regime zu stürzen.

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