Die Vorstellungen der AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag zu unserer Leitkultur werden bestimmt durch das, was uns als Deutsche ausmacht. Die AfD steht in diesem Sinne für das Erbe der Aufklärung und für die politische Vernunft einer mündigen Bürgergesellschaft, verankert im Dank an unsere Vorfahren und der Zukunft unserer Kinder verpflichtet.

Leitsätze zu unserer Leitkultur:

  1. Wir sind als Deutsche stolz auf unsere Identität und unsere Leistungen.

  2. Unsere preußischen Tugenden wie Fleiß, Ehrlichkeit, Leistungswille, Vertragstreue und Unbestechlichkeit sichern unsere Zukunft und unseren Wohlstand.

  3. Eine soziale Absicherung mit Rente, Krankenversicherung und Sozialhilfe funktioniert nur in einer national begrenzten Solidargemeinschaft.

  4. Ein leistungsorientiertes Bildungssystem war und ist Voraussetzung für den Erhalt und die Zukunft Deutschlands als Wissenschafts- und Innovationsstandort.

  5. Die deutsche Sprache begründet unsere nationale Identität. Sie ist Träger volkstümlicher und weltbedeutender Kulturleistungen in Literatur und Musik.

  6. Die Gleichberechtigung von Mann/Frau und die traditionelle Familie sind die zentralen Säulen unseres Zusammenlebens.

  7. Die Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung ist eine Pflichtaufgabe des Staates. Sie ist die einzige Rechtfertigung für sein Gewaltmonopol.

  8. Die Trennung von Staat und Religion ist eine Errungenschaft der Aufklärung, basierend auf unseren christlichen Werten.

  9. Mündige und aktive Bürger, die sich als Teil der Gemeinschaft erleben, sind der Garant für Demokratie und Freiheit.

  10. Es ist eine lebendige Tradition und ein Grundrecht der Deutschen, sich in Vereinen zu unterschiedlichsten Zwecken zu organisieren und zu versammeln. Niemand hat das Recht, solche Vereinigungen zu diskriminieren.

Jörg Urban

Herr Urban,von welchem Menschenbild ist das AfD-Leitkultur-Konzept bestimmt?

Jörg Urban: Das ist die wichtigste Frage überhaupt. Unser Leben ist geprägt vom christlich-europäischen Menschenbild, das jeden Menschen als ein einzigartiges Geschöpf versteht. Verwurzelt in seiner Herkunft und Geschichte ist jeder frei, sich selbstbestimmt im Spannungsverhältnis zum gesellschaftlichen Umfeld zu ewähren oder auch zu scheitern. Die Würde des Menschen ist unantastbar und ihre Integrität zu wahren, ist oberstes Gebot aller staatlichen Gewalt. Wir fordern, alle Versuche einzustellen, die menschliche Evolution nach politisch-ideologischen Konzepten zu steuern und zu verfälschen.

Wir brauchen keine sechzig Geschlechter, um glücklich zu sein.

Und können Sie sich damit identifizieren?

JörgUrban: Aber selbstverständlich, denn das bestimmt ja unser Wir- Gefühl als Deutsche und Sachsen. Jeder, der mit diesen Werten erzogen wurde und hier aufgewachsen ist, wurde geformt von Gemeinsamkeiten, die ihn als Mitglied des deutschen und europäischen Kulturraumes definieren. Jeder Deutsche ist von Geburt an ein Mitglied unserer Solidargemeinschaft und geschützt durch den Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. Im Zentrum dieser Verbundenheit stehen unsere Sprache und Traditionen.

Wir sind stolz auf die Leistungen unserer Handwerker, Künstler, Ingenieure und Denker, die der Menschheit nicht nur den Weg zum Mond geebnet haben.


Carsten Hütter

Herr Hütter,ist das alles, was uns zu Deutschen macht?

Carsten Hütter: Natürlich nicht. Unsere Identität reicht weiter. Sie wird lebenswert durch eine Vielzahl von ungeschriebenen und verinnerlichten Konventionen. Umgangsformen und Gastfreundschaft kennen keine Gesetze, aber Regeln.

Dazu gehören auch unsere preußischen Tugenden wie Fleiß, Ehrlichkeit, Leistungswille, Vertragstreue und Unbestechlichkeit.

Es sind Eigenscha_ en, die o_ belächelt werden, um die uns aber viele in der Welt beneiden. Sie sind keine Sekundärtugenden, sondern die Basis für unsere freiheitliche Zivilisation. Wir sollten sie wieder mehr achten und pflegen, sie dürfen nicht im Strudel des Multikulturalismus versinken.

Welchen zusätzlichen Akzent würden Sie setzen?

Carsten Hütter: Unser deutsches Schicksal ist bestimmt von der Lage und Geographie des deutschen Sprach-und Kulturraums im Herzen Europas. Es ist in alle Richtungen verknüpft mit seinen Nachbarn und gewinnt aus dieser gegenseitigen Nähe seine eigenständige Position. Unsere Nachbarschaft ist eingebettet in die gemeinsamen Werte, die Europa seit mehr als 2000 Jahren geprägt und die jetzige, globale Zivilisation
entscheidend mitgeformt haben.

Es ist das Vermächtnis unserer Vorfahren, diese Errungenschaften weiterzuentwickeln und zu verteidigen. Von der Kultur des Rechts bis zu den Menschenrechten.


André Barth

Herr Barth, was prägt uns konkret?

André Barth: Das Klima, die Landschaft und die Armut an Bodenschätzen erzwangen eine Kultur der Arbeit. Das führte schon früh zu einer arbeitsteiligen Wirtschaft mit einer sich rasch entwickelnden Kultur des Wissens und weltweiten Handels. Die industrielle Revolution und die Weiterentwicklung gesellschaftlicher Standards
auch durch allgemeine Sozialversicherungen ermöglichten unsere heutige Solidargemeinschaft . Diese zu schützen und in ihrem Kern zu bewahren, ist die Voraussetzung für sozialen Frieden und Gerechtigkeit.

Wer den Zusammenhang von Leistung und Gegenleistung aufebt und willkürlich entgrenzt, zerstört den
Zusammenhalt unserer Gesellschaft .

Gilt das auch im Zeitalter der Globalisierung?

André Barth: Die künftigen Wertschöpfungsketten der Weltwirtschaft werden zunehmend vom geistigen Mehrwert bestimmt sein. Es geht also in Zukunft weniger um die austauschbaren, materiellen Güter der Multis, als um produzierte Intelligenz mit eindeutiger Identität: Der weltweite Ruf von „Made in Germany“ war und ist immer noch Ausdruck dieser Zukunftschancen. Was überall entwickelt und produziert werden kann, wird unsere Lebensgrundlagen nicht sichern. Das können andere Länder mit mehr Rohstoffen und geringeren Produktionskosten besser.

Nur Angebote mit spezifisch deutschen Merkmalen sind künftig noch von weltweitem Interesse.


Mario Beger

Herr Beger, was ist in diesem Sinne „deutsch“?

Mario Beger: Deutsch in diesem Sinne sind innovative Problemlösungen, gepaart mit technischer Perfektion. Produziert von Spezialisten, Meistern und Technikern in einer Umgebung mittelständischer Arbeitsteilung, in kleinen, mittleren und Familienunternehmen.

Zuverlässigkeit, Verantwortung und Vertragstreue, gepaart mit Fairness im Umgang miteinander, tragen zum Erfolg unserer deutschen Wirtschaft bei.

Diese Qualitäten müssen von jedem Akteur als ein gemeinsames Gut begriffen und unter Beweis gestellt werden. Das ist der praktische Sinn und Wert einer Leitkultur, die sich auch auszahlt.

All das fällt ja nicht vom Himmel, sondern lebt von welchen Voraussetzungen?

Mario Beger: Das geht nur mit einer Bildungspolitik, die sich wieder stärker an der Realität orientiert. Nur so eröffnen wir allen die Chancen, die ihren Neigungen und ihrem Leistungswillen entsprechen. Wir brauchen nicht nur Theoretiker, sondern auch die Praktiker.

Es geht nicht um Gleichheit, sondern um Chancengleichheit.

Wir leben immer noch von Qualitäten, die wir schon lange vor Pisa und Bologna entwickelt hatten. Ein Beispiel dafür ist unser weltweit einmaliges duales Berufsbildungssystem mit seinen Handwerkstraditionen vom Lehrling zum Facharbeiter und die Diplom-Studiengänge. Diese sollten erhalten bzw. wiederbelebt werden.


André Wendt

Herr Wendt, was sagen Sie als Sozialpolitiker der AfD dazu?

André Wendt: Unser Sozialstaat verteilt keine Almosen, sondern erfüllt klar geregelte Ansprüche und Leistungen nach den Regeln des Sozialgesetzbuches. Er finanziert sich aus den Mitteln der Solidargemeinschaft und der Steuerzahler. Alles basiert auf der Zugehörigkeit zur Bundesrepublik Deutschland und dem damit verbundenen Vertrag zwischen den Generationen, dem fairen Ausgleich von Leistung und Gegenleistung im Sinne einer Versicherung auf Gegenseitigkeit. Natürlich helfen wir darüber hinaus in Not geratenen Menschen, auch den unverschuldet bei uns Gestrandeten. Aber nur im Sinne der unmittelbaren Nothilfe.

Das kann funktionieren, wenn wir uns dabei nicht selbst überlasten, denn am deutschen Sozialsystem kann die Welt nicht genesen.


Silke Grimm

Frau Grimm, wo bleibt dabei unser Lebensgefühl als Deutsche?

Silke Grimm: Immer wenn ich voller neuer Eindrücke von einer Reise zurück nach Hause komme, lerne ich meine Heimat neu zu sehen und zu schätzen. Die Menschen, Freunde, Landschaften und Bauwerkesind Begegnungen mit einer vertrauten Welt. Hier finden wir Halt in unserer abenteuerlich vernetzten Realität. Man ist plötzlich nicht mehr nur Beobachter, sondern wieder selbstbestimmter Akteur. Geborgen in Zusammenhängen, die größer sind als man selbst. Diese Verankerung ist über Generationen gewachsen und Teil von jedem, der „schon länger hier lebt“.

Wir nennen es Heimat. Das ist nicht nur ein Ort, sondern ein ganzes Geschichtsbuch.


Dr. Rolf Weigand

Herr Dr. Weigand, wir schätzen aber doch auch das Fremde und Neue?

Rolf Weigand: Natürlich, weil wir neugierig auf andere Menschen und Lebenswelten sind. Das ist die Triebfeder aller Innovationen und hat Deutschland zu dem gemacht, was es ist. Nur, weil wir italienischen Wein mögen und Jeans tragen, werden wir noch lange nicht zu Italo- Amerikanern. Wir lieben ja weiter unsere deutschen Volkslieder, Märchen und Traditionen. Geprägt werden wir durch die Verwurzelung in unseren Lebenszusammenhängen.

Die richtige Mischung aus Altem und Bekanntem mit neuen Impulsen schafft die nötigen Fortschritte. Wir wollen offen sein für Neues, jedoch Bewährtes auch bewahren.


Karin Wilke

Frau Wilke, wie kommt es, dass viele sich immer noch für uns schämen?

Karin Wilke: Wahrscheinlich, weil sie noch unter dem Schock der jüngeren Vergangenheit stehen. Sie trauen sich selbst nicht über den Weg. Also trauen sie der Bürgergesellschaft auch nicht und geben gigantische Summen für Umerziehung aus. Unserem Leitbild von einer gleichberechtigten demokratischen Partizipation entspricht das nicht. Wir sind uns bewusst, wie schnell eine parteiisch formierte Gesellschaft in die Barbarei abstürzen kann.

Nur die Freiheit der Rede und des Denkens schützt die Freiheit. Fürsorgliche Bevormundung gehört nicht dazu.

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