Das müssen Sie dringend für die Polizei tun, Herr Innenminister

Was hat sich zwischen den Jahren 2006/2007 und 2013 verändert? Zum einen wurde die Zahl der Polizisten in Sachsen verringert. Nicht nach Bedarf, sondern explizit nach Vorgabe der Kassenlage aus dem Finanzministerium! Zum anderen wurden die bestehenden und zunehmend neue Aufgaben von den verbleibenden Polizisten abgefordert. Die Gewerkschaften beklagen zu Recht diese Arbeitsverdichtung. Jetzt haben wir es schwarz auf weiß:

Arbeitsverdichtung macht krank!

Diese These wird von der ebenfalls parlamentarisch erfragten quartalsweisen Erhebung der Krankenstände der Polizeidirektionen bestärkt:

Es ist eindeutig zu erkennen, daß Polizeibeamte der Laufbahngruppe 1 wesentlich häufiger krank sind, als Beamte des gehobenen und höheren Dienstes (Laufbahngruppe 2). Weiterhin ist zu erkennen, daß die Polizeibehörden mit dem höchsten Kriminalitätsaufkommen zugleich höhere Krankenstände verzeichnen müssen, als Behörden mit geringerem Kriminalitätsaufkommen. Diese Korrelation kann kein Zufall sein! Es steht zu befürchten, daß bei weiterem Personalabbau dieser Negativtrend noch verstärkt wird. Noch viel schlimmer: Der Prozess läuft Gefahr sich selbst zu verstärken, weil die verbleibenden Polizisten ihrerseits noch stärker belastet werden.

Die drohenden Folgen für sind ebenfalls prognostizierbar:

  • Geringere Sicherheit wegen krankheitsbedingt fehlender Polizisten,
  • Geringere Aufklärung von Straftaten wegen größerer Belastung der Ermittler,
  • Weniger Verurteilungen von Straftätern und damit Verfestigung krimineller Karrieren,
  • Weniger Vertrauen in die Institution Polizei,
  • Geringere Attraktivität des Berufes als Polizist für Neueinsteiger; zunehmende innere Kündigung bei bestehenden Dienstverhältnissen aus Unzufriedenheit

 

Welche Handlungen erwarten wir von der Staatsregierung um dieser negativen Entwicklung entgegen zu steuern?

 

  • Eine Aufgabenkritik, die sich an den Bedürfnis der Bürger nach Sicherheit orientiert und nicht am Willen des Finanzministers.
  • Der Altersknick in der Belegschaft lässt sich nicht korrigieren. Aber die Folgen müssen so gering wie möglich gehalten werden. Deshalb brauchen wir die Sicherstellung und aktive Einforderung (!) der Teilnahme an Gesundheitspräventionsmaßnahmen für Beamte, insbesondere für die der Laufbahngruppe 1.
  • Die sofortige und dauerhafte wiederkehrende Neueinstellung von 600 Polizeibeamten. Der Personalkörper darf nicht weiter ausgedünnt werden, sondern er muß wieder breite Schultern bekommen. Das bedeutet die sofortige Aussetzung der fehlgeleiteten Personalpolitik der Polizeireform 2020.
  • Maßnahmen die intrinsische Motivation zu steigern, um der inneren Kündigung vorzubeugen.

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