Industriekulturelles Erbe in Sachsen – Gute Absichten reichen nicht

Zum Antrag der Fraktionen CDU und SPD, „Industriekulturelles Erbe in Sachsen stärken“, erklärt die kulturpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion, Karin Wilke:
„Der Antrag ist lediglich eine Steilvorlage an die Staatsregierung, um die Fortschritte bei der Umsetzung des Koalitionsvertrages dramatisieren zu können. Neue Impulse sind nicht zu erwarten, dazu ist die Materie zu komplex. Die guten Absichten reichen nicht. Unsere nationalen und besonders auch internationalen Verflechtungen in der Regional- und Strukturpolitik reichen bis zum letzten Schacht des Erzgebirges. Das Baurecht mit all seinen Facetten tut ein Übriges. Der gute Wille der einzelnen Akteure, der Gebietskörperschaften und der engagierten Bürger rettet kein Industriedenkmal. Zu oft sind es widersprechende Ziele und Interessen, die pragmatische Lösungen behindern. Auch das beginnt in der Politik.
Man spricht von über 2000 schützenswerten Objekten, die der Nachwelt möglichst erhalten bleiben sollen, im Optimum mit einer rentablen Nachnutzung der mitunter großartigen und großzügigen Räumlichkeiten. Von den Menschen, die hinter diesen Objekten stehen, den Pionieren der sächsischen Industrieentwicklung, ist in den vielen Strategiepapieren eher nicht die Rede. Diese Untergewichtung der individuellen und auch gesellschaftlichen Dimension unser Geschichte führt jedoch zu einem Wissensverlust im öffentlichen Bewusstsein. Und der wiegt schwerer als der Verlust dieses oder jenes Zweckbaus.
Da alles das ja auch etwas mit Kosten zu tun hat, sollten wir keine Angst vor der einen oder anderen Ruine haben. Im Übrigen: Wenn wir Kultur so schätzen würden, wie wir sie subventionieren, benötigten sie gar keine Subventionen. Zusammenfassend stellen wir fest, dass Denkmalschutz im Allgemeinen und Industriekultur im Besonderen, identitätsstiftend wirken soll und muss. Das setzt voraus, dass wir ein aktives Bewusstsein für unsere Geschichte entwickeln und pflegen.“

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