Politisch unkorrekt: Indianer, Afrikaner, Zigeuner zum Fasching nicht mehr gern gesehen

Dürfen sich Kinder zum nahenden Fasching noch als Indianer verkleiden? Geht es nach politischen Gesinnungswächtern, ist das inzwischen verpönt. So meint Peter Schwarzbauer, Obmann vom Wiener "Arbeitskreis Indianer": "Sich als Menschenrasse zu verkleiden, ist immer problematisch. Ich finde das nicht gut!" Die Kostümierung würde "indigene Volksgruppen lächerlich" machen. Die Londoner Popsängerin Pixie Lott erlebte zuletzt einen "Shitstorm", als sie sich auf einer Themenparty im Indianerkostüm ablichten ließ: "Einen Völkermord an so vielen Menschen zum Partythema zu erheben, ist unmöglich!" Oder: Es handele sich um "rassistische und stereotype Darstellung nativer Amerikaner."
Das so genannte "Blackfacing", also wenn sich Europäer als Schwarzafrikaner zum Karneval anmalen, gilt inzwischen ebenfalls als rassistisch. Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch ernannte den Begriff nun sogar zum "Anglizismus" des Jahres. Aber nicht weil er ihn toll findet, sondern es als "rassistisch gilt, die Identität und die Erfahrungen schwarzer Menschen als Kostüm" zu behandeln, das "weiße Menschen beliebig an- und ausziehen können." Große Ohrringe, bunte Röcke, schwarz-lockiges Haar mit grellen Tüchern darüber und fertig ist die Faschings-Zigeunerin-Wahrsagerin. Laut "taz" geht das gar nicht. Ein Redakteur befindet dazu: "Zu dieser Wahrsagerin kommen hauptsächlich männliche Kunden - und auch diese nur nebensächlich wegen Ratschlägen zu ihrer Zukunft... Klar, Zigeunerinnen sagen die Zukunft voraus und machen für Männer die Beine breit." AfD-Generalsekretär Uwe Wurlitzer dazu: "Die sollen doch alle mal die Kirche im Dorf lassen. Es regt sich doch auch kein Europäer auf, wenn in Fernost oder Südamerika auf Box-Trainings-Puppen eingeprügelt wird, die eindeutig europäisch aussehen. Oder wenn sich Chinesen zu Fasching als weiße Cowboys verkleiden. Fasching ist Fasching schön locker bleiben."

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