📬 Post aus Sachsen! Die Sonntagskolumne von Jörg Urban 📬
Liebe Freunde, liebe Leser,
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den Ausstieg aus der Kernkraft als „irreversibel“ bezeichnet.
Damit hört er sich inzwischen fast genauso an wie die ehemalige CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Sie erklärte alles, was sie nicht ändern wollte, als „alternativlos“.
Während Friedrich Merz mitten in der nächsten großen Energiekrise also die Hände in den Schoß legt, kommt Unterstützung für die Kernkraft von unerwarteter Stelle.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) hängt ihr Fähnchen in den Wind: Der Atom-Ausstieg sei ein „strategischer Fehler“ gewesen, sagt sie. „Europa“ wolle an der „weltweiten Renaissance der Kernenergie“ teilhaben.
Ursula von der Leyen erklärte das auf dem Atomgipfel in Paris. Eine Nation glänzte bei diesem Gipfeltreffen übrigens mit Abwesenheit: Die deutsche Regierung von Friedrich Merz (CDU) fehlte und gehört der neuen Atom-Allianz mit 15 EU-Staaten nicht an.
Mit dem ehemaligen grünen Staatssekretär Patrick Graichen ist nun ein weiterer erbitterter Kernkraftgegner überraschend umgekippt. Vielleicht hat dieser Stimmungsumschwung jedoch auch etwas mit seiner neuen Arbeit zu tun.
Nach seinem unrühmlichen Rückzug aus der Ampelregierung ist Graichen jetzt für einen staatlichen Energiekonzern aus der Ukraine tätig. Für Kernkraft spricht er sich nun aus, weil Europa damit komplett auf russisches Gas verzichten könnte. Die AfD sieht das selbstverständlich anders. Wir brauchen günstiges Gas aus Russland und Kernkraftwerke.
Es gibt keinen Grund, Patrick Graichen oder Ursula von der Leyen Beifall für ihre neuen Erkenntnisse bezüglich der Kernkraft zu spenden. Beide sind als Zerstörer deutscher Kernkraftwerke unglaubwürdig, und als Einpeitscher der „Weltklimarettung“ zählen sie zu den Verursachern der hohen Energiepreise in Deutschland.
Zu klären ist aber auch noch, ob die Entscheidung gegen die Kernkraft nach den Ereignissen in Fukushima vor ziemlich genau 15 Jahren tatsächlich „irreversibel“ ist.
Was Friedrich Merz bei dieser Frage verschweigt, sind zwei Aspekte.
Erstens: Nicht die Grünen, sondern die CDU-Regierung von Friedrich Merz hat im Oktober 2025 die Kühltürme des stillgelegten AKW Gundremmingen sprengen lassen. Die Regierung Merz treibt den Rückbau der deutschen Kernkraftwerke voran. Wenn man derart vorgeht, dann ist natürlich irgendwann der Kernkraft-Ausstieg irreversibel.
Und zweitens zeigt Japan, dass es auch ganz anders geht: Nach Fukushima herrschte in Deutschland eine riesige Hysterie, die schließlich die CDU inklusive des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer dazu brachte, im Bundestag den Ausstieg überstürzt zu beschließen.
Japan, das Land, das im Unterschied zu Deutschland tatsächlich betroffen war, ging vernünftiger vor und entschied sich gewissermaßen für eine „Atompause“, um die Sicherheit und Lebensdauer seiner Reaktoren zu bewerten. Diese Pause ist nun vorbei. Schrittweise wird aktuell das größte Kernkraftwerk der Welt wieder in Betrieb genommen. Niemand kam in Japan also auf die absurde Idee, funktionstüchtige Kraftwerke zu zerstören.
Von den ehemals 54 Reaktoren, die in Japan abgeschaltet wurden, sind noch immer 33 modern genug, um relativ schnell wieder hochgefahren werden zu können. Zugleich investiert die japanische Regierung sowohl in neue, große Kernkraftwerke als auch in kleine, modulare Reaktoren (SMR) und in die Kernfusion. Damit soll der Anteil der Kernkraft an der Stromerzeugung von aktuell neun auf 20 Prozent im Jahr 2030 steigen.
Angesichts des immensen Strombedarfs von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz führt kein Weg an modernen, sehr sicheren und umweltschonenden Kernkraftwerken vorbei. Das haben die Japaner verstanden und deshalb sagt Japan folgerichtig: „Atomkraft? Jetzt erst recht!“
Leider gibt es in Deutschland nicht nur ideologisch festgefahrene Politiker, die nicht zugeben wollen, dass sie mit ihrer Anti-Atom-Politik in einer Sackgasse gelandet sind. Auch die überwiegend rot-grün geprägten deutschen Mainstream-Medien verteufeln ohne sachliche Grundlage die Kernenergie.
Wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch noch nach 15 Jahren weiterhin die Lüge verbreitet, 20.000 Menschen seien an der „Atomkatastrophe von Fukushima“ gestorben, dann macht der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich mitschuldig an der De-Industrialisierung und Wohlstandsvernichtung. Es gab in Japan nicht einen Toten durch Atom-Strahlung, sondern 20.000 Tote durch ein Erdbeben und einen fürchterlichen Tsunami.
Für Sachsen hat die AfD einen verlässlichen und seit vielen Jahren offen kommunizierten Plan: Wir wollen unsere modernen und sauberen Kohlekraftwerke weiter nutzen und später an diesen Standorten neue und moderne Kernkraftwerke errichten. Neben der Wiederinbetriebnahme noch bestehender Kernkraftwerke in Deutschland wollen wir also auch neue bauen.
Das schafft Arbeitsplätze! Das schafft Wohlstand!
Und das ist eine Aufgabe, die „wir“ – dank guter deutscher Ingenieure – im Gegensatz zur Massenmigration auch tatsächlich „schaffen“ können.
Bis nächsten Sonntag,
Ihr Jörg Urban

