CDU wird zur ANTI-Familienpartei!

📬 Post aus Sachsen! Die Sonntagskolumne von Jörg Urban 📬

Liebe Freunde, liebe Leser,

bis zum 18. Geburtstag kostet ein Kind laut Erhebungen zwischen 160.000 bis 225.000 Euro.

Wenn Sie mit einem Kind schon einmal Schuhe kaufen waren oder bedenken, wie teuer mittlerweile ein Schulranzen ist, wissen Sie, wovon ich spreche.

Darüber hinaus gibt es auch Studien darüber, welcher gesamtgesellschaftliche Schaden entsteht, wenn Kinder vernachlässigt werden. Statistisch betrachtet, kostet jeder einzelne Schulabbrecher den Staat über sein gesamtes Leben 1,8 Millionen Euro.

Gerade in einer überalterten Gesellschaft mit einer leider sehr niedrigen Geburtenrate lässt sich daher sagen: Jeder, wirklich jeder Euro an Steuergeld, der Familien zugutekommt und in die Bildung unserer Kinder fließt, ist gut angelegt, um in Zukunft eigene Fachkräfte zu haben und die Rente finanzieren zu können.

Es ist deshalb erschreckend, dass sowohl die Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz als auch die sächsische Regierung von Michael Kretschmer (CDU) ab 2027 ausgerechnet bei den Leistungen für Familien und Alleinerziehende sparen wollen.

Gehen wir die Pläne einmal der Reihe nach durch:

Beim Elterngeld will die Bundesregierung insgesamt 500 Millionen Euro pro Jahr kürzen. Besonders hart trifft es Alleinerziehende, die nur noch zwölf statt bisher 14 Monate Elterngeld erhalten sollen. Die AfD spricht sich hingegen dafür aus, die Bezugsdauer bis zum dritten Lebensjahr zu erweitern, Selbständige besser zu stellen und Großeltern zu berücksichtigen.

Gerade Alleinerziehenden dürfte das helfen, denn das Elterngeld reicht zum Leben nicht aus. Wir sollten es deshalb ermöglichen, dass Alleinerziehende relativ früh wieder arbeiten gehen können, wenn sie das wollen, und stattdessen die Großeltern für die Betreuung ihrer Enkel eine staatliche Unterstützung erhalten.

Seit 2007 wurde das Elterngeld übrigens nicht mehr erhöht, obwohl der Wertverlust unseres Geldes seitdem 48,3 Prozent erreicht hat. Hätte man die Höhe des Elterngeldes an die Inflation angepasst, würde es jetzt einkommensabhängig zwischen 450 und 2.700 Euro liegen. Aus meiner Sicht ist es höchste Zeit, beim Elterngeld einen jährlichen Inflationsausgleich vorzunehmen.

Weit davon entfernt, setzt Friedrich Merz die Axt auch an einer weiteren Stelle an. So soll es zum Beispiel den Unterhaltsvorschuss nur noch bis zum 16. Geburtstag geben. Das trifft vor allem kluge Kinder von Alleinerziehenden hart, die gerade dabei sind, sich mühsam nach oben zu kämpfen.

Sie sollen fast 400 Euro pro Monat verlieren. In der harten Lebenswirklichkeit kann das heißen, dass der Traum vom Abitur nicht in Erfüllung geht.

Darüber hinaus soll der sogenannte Kindersofortzuschlag für armutsgefährdete Familien wegfallen und auch beim Wohngeld gibt es Einschränkungen – etwa die Halbierung der Heizkosten, die bisher übernommen werden.

Dass man bei der durchaus notwendigen Kürzung von Sozialleistungen anders vorgehen könnte, beweisen indes unsere Freunde von der FPÖ in der Steiermark.

Landeshauptmann Mario Kunasek, der uns schon in Dresden besuchte, setzte den Rotstift beim Wohngeld für Ausländer an. Zum 1. April 2026 ist diese Reform in Kraft getreten. Das zeigt: Es geht, wenn man will!

Als wären die Streichungen auf Bundesebene nicht genug, will die CDU in Sachsen auch noch das Landeserziehungsgeld ab dem nächsten Jahr abschaffen.

Das Landeserziehungsgeld kommt bisher vor allem Alleinerziehenden mit einem niedrigen Einkommen sowie Familien mit mehr als zwei Kindern zugute. Gezahlt wird es im zweiten und dritten Lebensjahr des Kindes.

Mit ihren derzeitigen Plänen wird die CDU endgültig zur Anti-Familienpartei. Sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in Sachsen steht Familie hingegen an Nummer eins in den Programmen der AfD.

Es geht uns nicht nur um eine viel höhere, finanzielle Unterstützung, zum Beispiel auch durch eine kostenlose, warme Mahlzeit in den Kindergärten! Es geht darum, die Leistung der Kindererziehung allumfassend zu würdigen.

Statt destruktive Debatten darüber zu führen, ob Kinder eine Klimasünde sind, müssen wir ein gesellschaftliches Klima der Kinderfreundlichkeit erzeugen.

Unsere Nation soll eine Zukunft haben. Mehr Kinder, die gut ausgebildet werden, sind die Voraussetzung dafür!

Bis nächsten Sonntag,
Ihr Jörg Urban

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