📬 Post aus Sachsen! Die Sonntagskolumne von Jörg Urban 📬
Liebe Freunde, liebe Leser,
das Institut der deutschen Wirtschaft hat diese Woche eine Schock-Studie vorgestellt.
Seit 2019 sind in der Industrie 420.000 Arbeitsplätze weggefallen. Die Zahl der Industriearbeiter ist damit auf ein Zehnjahrestief gesunken.
Bis vor wenigen Jahren konnte man in der Industrie besonders gut verdienen. Auch diese Zeiten sind vorbei: Der Lohnvorsprung in der Industrie hat sich von 20 auf 10 Prozent halbiert.
Die Zukunftsaussichten sind ebenfalls desaströs: 37 Prozent der deutschen Industriebetriebe wollen noch in diesem Jahr Personal abbauen. Nur 14 Prozent von ihnen planen Neueinstellungen.
In Sachsen gibt es in den Landkreisen Mittelsachsen und Meißen die schlimmste Abwärtstendenz. In den letzten zehn Jahren gingen jeweils etwa 12 Prozent der Industrie-Arbeitsplätze verloren.
Erschreckend ist auch die Entwicklung in unserer einstigen Industrie-Hochburg Chemnitz, die lange als „Sächsisches Manchester“ bezeichnet wurde: Minus zehn Prozent weist hier die Statistik aus, während das Erzgebirge auf minus acht Prozent kommt.
Die Gründe für den wirtschaftlichen Niedergang sind offensichtlich: Bei den aktuellen Energiekosten hat die Stahl- und Chemieindustrie, die in Riesa und Nünchritz (LK Meißen) beheimatet ist, keine Chance!
Für Chemie-Unternehmen wie BASF gibt es derzeit nur eine Option: Ab nach China! Dabei hätten die ostdeutschen Länder dieses Unternehmen mit den Kohle-Milliarden auch überreden können, den Standort in Schwarzheide auszubauen. Doch BASF investiert lieber neun Milliarden Euro in China.
Im Erzgebirge und Südwestsachsen sind die Probleme auch seit Jahren bekannt: Ich bin dem ehemaligen VW-Chef Matthias Müller dankbar dafür, dass er diese Woche geschildert hat, wie es zum Verbrenner-Aus bei Volkswagen in Sachsen kam.
VW-Chef Müller wollte in Sachsen zu 50 Prozent E-Autos und zu 50 Prozent Verbrenner produzieren lassen. Er wollte also auf Technologie-Offenheit setzen, wie es die AfD immer wieder gefordert hat und weiter fordern wird.
Dann kamen Politiker wie CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer und glorifizierten die Elektromobilität als „historischen Meilenstein“. Das VW-Management ließ sich davon treiben und favorisierte auf einmal gegen jede ökonomische Vernunft diese grüne Planwirtschaft.
Die Verkaufszahlen sind bis heute schlecht. VW setzt deshalb in Sachsen inzwischen auf „Demontage“ als Zukunftsfeld. Dieser Fokus auf Demontage hat nun wirklich eine hohe Symbolkraft. Die CDU ist dabei, nicht nur ein paar alte Autos zu demontieren. Sie demontiert gerade eine ganze Volkswirtschaft, die sich bis vor wenigen Jahren Exportweltmeister nennen durfte.
Müller dagegen wollte neben der Technologie-Offenheit bei den Fahrzeugen synthetische Kraftstoffe entwickeln, weil es da „Hunderte von Möglichkeiten“ gibt, die im industriellen Maßstab günstig seien. Diese Kraftstoffe werden vor allem im Umfeld der TU Freiberg erforscht.
Hätte die CDU die Unternehmen einfach machen lassen, ohne sie zu bevormunden, hätten wir in Sachsen auch heute noch eine starke Industrie.
Die CDU hat jedoch einen doppelten Fehler gemacht: Zunächst glaubte sie, zum Zwecke des Machterhalts dem linksgrünen Zeitgeist hinterherlaufen zu müssen. In diese Zeit fallen die Beschlüsse zum Kernkraftausstieg und zur CO2-Abgabe. All das geschah ohne Not, weil die CDU damals parlamentarisch noch nicht auf die Grünen angewiesen war.
Das hat sich nun geändert: Die Anbiederung an den von linken Medien vorgegebenen Zeitgeist hat inzwischen zur Selbstverzwergung der Altparteien geführt. Die CDU ist nun auf die Zustimmung der Grünen angewiesen, solange sie an ihrer Brandmauer festhält.
Eine CDU, die jeden Tag damit beschäftigt ist, Kompromisse mit den Grünen und sogar der Linkspartei auszuhandeln, kann jedoch keine Wirtschaftswende starten.
Die Wirtschaftswende wird das große Projekt der ersten AfD-Regierungen. Wir werden für die Unternehmen Steuern senken, Bürokratie und Verwaltungsapparate beseitigen, den Außenhandel in alle Welt wieder ermöglichen und – vor allem – werden wir sämtliche Fesseln der Klimaplanwirtschaft zerschneiden, damit die Industrie in Deutschland eine Zukunft hat.
Bis nächsten Sonntag,
Ihr Jörg Urban

