Laut der „Freien Presse“ bleibt ein „großer Teil“ der Ausbildungsstellen in Sachsen unbesetzt. Der Grund: 90 Prozent der Unternehmen beklagen eine „mangelnde Ausbildungsreife der Lehrlinge“. Etwa die Hälfte der Betriebe verzichten aufgrund des niedrigen Bildungsniveaus auf Lehrlinge, weil sie mit den Bewerbungen unzufrieden sind.
Das Bildungsniveau sei besonders seit der Corona-Zeit abgesackt, heißt es von der IHK. Eine weitere Ursache dürfte der hohe Unterrichtsausfall speziell an den Oberschulen in den letzten Jahren sein.
Bereits 2024 hat die AfD-Fraktion einen Antrag eingebracht, um die Ausbildungsreife unserer eigenen Fachkräfte von morgen zu sichern (Drs. 7/15991). Die Altparteien haben diesen Antrag abgelehnt.
Ganz konkret schlagen wir vor:
1. Es muss an allen Schulen ab der 7. Klasse ein Pflichtfach Wirtschaft mit hohem Praxisbezug geben. Das bisherige Fach „Gemeinschaftskunde“ ist leider sehr ideologieanfällig und politiklastig. Sachsen ist bei der ökonomischen Bildung bundesweit Schlusslicht. Das muss sich ändern! Diese Forderung haben wir Anfang 2026 in den Landtag eingebracht. Die CDU lehnte sie ab.
2. An mehreren sächsischen Oberschulen sind zuletzt teilweise über 50 Prozent der Chemie- und Physik-Stunden ausgefallen. Erfragt haben das unsere Abgeordneten Romy Penz (7/16683) und Thomas Thumm (8/1969). Die CDU produziert so eine Generation der Bildungsverlierer.
Um den Ausfall gerade in den Hauptfächern und Naturwissenschaften zu reduzieren, müssen alle verfügbaren Hebel in Bewegung gesetzt werden. Lehrer aus den Städten sollten auch in ländlichen Regionen eingesetzt werden. In der Verwaltung gebundene Lehrer müssen in die Schulen.
Darüber hinaus sind verstärkte Kooperationen mit Unternehmen denkbar. Die Auslastung unserer chemischen Industrie liegt derzeit z.B. leider nur bei 70 Prozent. Warum fragt also das Kultusministerium unsere Chemiker nicht, ob sie bereit wären, ein paar Unterrichtsstunden zu übernehmen?

