Angriffe auf Kirchen nicht verniedlichen

Am zurückliegenden Wochenende wurden gleich drei Leipziger Kirchen Opfer brutaler Angriffe – darunter die Propsteikirche. Medienberichten zufolge habe „ein Randalierer in der Nacht zu Samstag fünf große, kunstvoll gestaltete Fenster des Gotteshauses zerstört, auf denen Bibelverse zu lesen sind.“ Der materielle Schaden wird auf mindestens 100.000 Euro geschätzt.

Dazu erklärt der religionspolitische Sprecher der sächsischen AfD-Landtagsfraktion, Jörg Kühne:

„Ich verurteile diese zutiefst abstoßenden Angriffe scharf. Zerstörung von Kulturgütern, insbesondere kirchlichen, wie den Fenstern der katholischen Propsteikirche oder denen der ebenfalls katholischen St.-Laurentius-Kirche in Reudnitz sind Angriffe auf gemeinsame kulturelle und religiöse Ewigkeitswerte unserer Gesellschaft.

Scheiben mit Bibelpsalmen und -versen reihenweise einzuwerfen, zeigt die Abgründe und Verkommenheit der verantwortlichen kriminellen Zeitgenossen in besonderer Weise auf. Denn diese Taten sind eben nicht das zufällige Graffito in der Bahnhofsunterführung, das umgetretene Zaunsfeld der Gartensparte oder die eingeschlagene Supermarktscheibe, die wir gemeinhin unter Vandalismus abbuchen.

Im Strafgesetzbuch findet sich nicht ohne Grund unter anderem der § 304 über gemeinschädliche Sachbeschädigung. ‚Wer rechtswidrig Gegenstände der Verehrung einer im Staat bestehenden Religionsgesellschaft […], Gegenstände der Kunst, […], beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.‘ Man sollte diese Leute tatsächlich hinter Schloss und Riegel setzen.

Besonders beschämend ist das dröhnende Schweigen der Sonntagschristen der Politik zu diesen sich häufenden Übergriffen. Weder Stadt- noch Landespolitik haben sich bisher aufraffen können, klar Stellung zu beziehen. Es herrscht Funkstille. Daher meine Frage: Wann ist eigentlich die Schmerzgrenze erreicht?

Wenn wir dieser kriminellen Elemente nur in Einzelfällen und dann auch nur durch beherztes Eingreifen von Passanten Herr werden können, muss mindestens über eine ständige Videoüberwachung unserer derart gefährdeten Kirchen und Sakralbauten im Land nachgedacht werden.“