„Express-Betriebsprüfung“? Kleine Firmen entlasten statt zu Tode kontrollieren!

„Dieses Bistro wird vom Finanzamt Plauen vernichtet“, klagte vor einigen Jahren eine „Futter- und Schnitzelstube“. Der Gastwirt wurde vom Finanzamt zu einer Steuernachzahlung von 25.000 Euro verdonnert und sollte obendrauf noch einmal 9.000 Euro Strafe zahlen. Warum?

Der Gastwirt bot ordentliche Portionen für hungrige Bauarbeiter an. Seine Riesenschnitzel mit 200 Gramm filmte er sogar. Trotzdem unterstellte der Betriebsprüfer vom Finanzamt, dass die Schnitzel nur 166 Gramm (sic!) gewogen haben können und es dazu eine Nudelportion von 80 Gramm gab. Daraus ergebe sich dann ein höherer Gewinn.

Bei anderen Gastronomen laufen die Betriebsprüfungen ähnlich ab – und zwar manchmal dreimal in Folge! Danach sind die kleinen Unternehmen ruiniert.

Der Freistaat Sachsen wollte zwischen 2020 und 2025 Steuernachforderungen in Höhe von 1,14 Milliarden Euro haben. CDU-Finanzminister Christian Piwarz will nun mit „Express-Betriebsprüfungen“ innerhalb von 90 Tagen den nächsten Schritt gehen.

Verkauft wird das als Bürokratie-Abbau. In Wirklichkeit werden aber nur die Finanzämter entlastet, während auf kleine Unternehmen sehr wahrscheinlich neue Zumutungen zukommen: So sind mehr unangekündigte Kassenkontrollen im Gespräch.

Außerdem besteht die angebliche Entbürokratisierung darin, dass die Unternehmen von Vornherein mehr Buchhaltungsdaten liefern müssen. Dadurch gehe es am Ende schneller. Na vielen Dank!

Einmal mehr läuft es nach dem Prinzip: Die Kleinen werden gehängt. Die Großen lässt man laufen!

Wir fordern: Lasst den kleinen und mittleren Unternehmen mehr Luft zum Atmen! Statt immer neue Belastungen haben diese Betriebe eine Steuersenkung verdient!

Empfehlen Sie diesen Inhalt Freunden und Bekannten!