Ein afghanischer und ein polnischer Tatverdächtiger sollen in Görlitz durch einen Metalldiebstahl eine Hausexplosion herbeigeführt haben, bei der drei Menschen starben. Der Fall ereignete sich mitten im Oberbürgermeisterwahlkampf. Die Öffentlichkeit wurde über die Tatverdächtigen allerdings erst nach der Wahl informiert.
Die BILD-Zeitung enthüllt nun, dass sie bereits zehn Tage vor der Wahl – am 21. Mai 2026 – die entsprechenden Informationen vorliegen hatte. Sowohl die Polizei als auch die Staatsanwaltschaft verweigerten jedoch eine offizielle Bestätigung.
Wie die BILD weiter ausführt, wurde das Innenministerium von Armin Schuster (CDU) ebenfalls bereits am 21. Mai 2026 über die Tatverdächtigen in Kenntnis gesetzt. Der tatverdächtige Afghane sitzt seit dem 21. Mai in Untersuchungshaft.
Dazu erklärt der innenpolitische Sprecher der sächsischen AfD-Fraktion, Sebastian Wippel:
„Wir verlangen im Rechts- und im Innenausschuss eine vollständige Aufklärung aller Merkwürdigkeiten in diesem Fall. Unklar ist mir zum Beispiel, wann das sächsische Justizministerium informiert wurde. Unklar ist, ob der CDU-Kandidat Octavian Ursu bereits vor der Wahl erfahren hatte, dass die Behörden einen Afghanen und einen Polen verdächtigen.
Unklar ist auch, warum sich CDU-Innenminister Armin Schuster einerseits medienwirksam zusammen mit OB-Kandidat Ursu am Tatort zeigte, dann aber andererseits alle neuen Erkenntnisse der Öffentlichkeit vorenthielt.
Unklar ist für mich auch, warum Polizei und Staatsanwaltschaft erst Anfang Juni Augenzeugen suchten und darum baten, mögliches Videomaterial zum Tatzeitpunkt zur Verfügung zu stellen. Videoaufzeichnungen werden im Normalfall nur 48 bis 72 Stunden gespeichert und dann überschrieben oder gelöscht. Das weiß die Regierung auch und nahm trotzdem in Kauf, dass mögliches Beweismaterial vernichtet wurde. Aus diesem Grund hätte man die Bürger aus meiner Sicht direkt nach der Tat um Mithilfe bitten müssen.“

