Sächsische Regierung erfindet neuen Inzidenz-Trick

Seit Monaten ist bekannt, dass der sogenannte 7-Tage-Wert (Inzidenz) ungeeignet ist, um die Corona-Lage einzuschätzen. Denn: Wer positiv getestet wurde, muss noch lange nicht krank sein. Außerdem könnten laut einer Studie der Uni Duisburg/Essen bis zu 80 Prozent der Positiv-Getesteten nicht ansteckend sein.

Dennoch hält die CDU-geführte, sächsische Landesregierung am Inzidenz-Wert fest. Mehr noch: Wie Sozialministerin Petra Köpping (SPD) nun bekanntgab, greift die Regierung ab sofort zu einem neuen Trick. Sie gibt fortan einen Inzidenz-Wert für Ungeimpfte (derzeit bei 54) und einen für Geimpfte (8,8) an.

Was indes nur hinter vorgehaltener Hand zugegeben wird: Hier werden ganz bewusst Äpfel mit Birnen verglichen. Während sich Ungeimpfte teilweise mehrmals die Woche testen lassen müssen und auch als „Corona-Fall“ in die Statistik eingehen, wenn sie nach einem positiven Test keine Krankheitssymptome haben, sieht es bei den Geimpften komplett anders aus. Bei ihnen werden neue Corona-Fälle nur entdeckt, wenn die Geimpften mit Krankheitssymptomen zum Arzt gehen und daraufhin ein Impfdurchbruch festgestellt wird.

Es gilt folglich für die Inzidenz-Mogelpackung das Sprichwort: „Glaube nur einer Statistik, die du selbst gefälscht hast.“ Dabei wäre es durchaus möglich, eine Vergleichbarkeit der beiden Gruppen herzustellen. Zum einen dürften dazu nur noch die tatsächlichen Krankheitsfälle herangezogen werden. Zum anderen könnte man mit einer Stichprobe aus der gesamten Bevölkerung schauen, wie viele unentdeckte Corona-Fälle es bei Ungeimpften und Geimpften gibt.

Das Ergebnis wäre allerdings vermutlich nicht zur Panikmache geeignet. Das scheint aber das eigentliche Ziel der Regierung zu sein. Da diese Problematik seit langem bekannt ist, unterstellen wir beim neuen Inzidenz-Trick bösen Willen.

Unser Aufruf lautet daher: Weg mit der Inzidenz!